Walpurgisnacht: Tanze Sabbat mit mir, tanze Sabbat die ganze Nacht!

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Heute ist es wieder soweit: Die Hexen von aller Welt werfen sich in ihre Kostüme, legen ihre Masken an, reiben ihre Besen mit Flugsalbe ein und fliegen nach Thale, Schierke und zum Hahnenklee. Viele glauben, die Walpurgisnacht hat – wie auch Halloween – was mit dem Hexensabbat zu tun. Ist das wirklich so? Für euch bin ich dieser Frage auf den Grund gegangen und habe viele spannende Hintergründe zum Mythos herausgefunden.

Auf dem Brocken wird gefeiert: Hexensabbat nicht ohne „Flugsalbe“

Die Walpurgisnacht auf dem Brocken im Harz wird erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Anlehnung an Goethes „Faust“ zelebriert. Die Hexen trafen sich im Buch alljährlich in der Walpurgis-Nacht zum 1.Mai zur Hexenfahrt:
„Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün. Die Hexen zu dem Brocken ziehn, Dort sammelt sich der große Hauf, Herr Urian sitzt oben auf. So geht es über Stein und Stock, Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.“
Seit jeher treffen sich alljährlich Touristen, Begeisterte, Hobby-Hexen und Neugierige kostümiert auf dem Blocksberg (=Brocken).

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Bis vor kurzem wurde von den Menschen für die Walpurgis-Nacht die sogenannte „Flugsalbe“ angerührt. Die teils giftigen Kräuter führten zu rauschartigen Zuständen und sehr realistisch wirkenden Halluzinationen, wie zum Beispiel einem Hexenflug über das Feuer. Heutzutage ist die „Flugsalbe“ aufgrund der schädlichen Zusätze verboten.

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Die Heilige Walburga wird zur Beschützerin des Volkes in der Hexennacht

Die Walpurgis-Nacht hat ihren Namen von der Adeligen Walburga erhalten, die Nonne und Missionshelferin in Germanien war. Am 1. Mai 870 wurde sie vom Bischof Otkar heiliggesprochen, weil sie ihm angeblich im Traum erschien. Walburga wurde zur Pestheiligen, Patronin von Augenleidenden und im Zuge der Hexenverfolgung zur Beschützerin vor Zauberei.

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Mit der keltischen „Beltane-Nacht“ fing alles an…

Die „Walpurgis“ fand bei den Kelten in der ersten Nacht des Vollmondes, zur Sommerwende statt. Benannt wurde sie nach dem Sonnengott „Belenus“. Gefeiert wurde das Fest des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Beginn des Sommerhalbjahres. In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai vermählten sich traditionell die Götter von Himmel und Erde, um mit ihrer Vereinigung den Frühling und Sommer einzuleiten.

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Die germanische „Heilige Hochzeit“ wird zum Volksfest

Die Heiden im südgermanischen Raum feierten traditionell in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai „Wodans Hochzeit“ mit der Göttin Freya. Es gab ein großes Opferfest für die Vermählung, das die Priester und Priesterinnen rituell nachspielten und mit einem Feuer abschlossen. Die Frauen und Jungfrauen des germanischen Volkes wurden traditionell mit vor Sonnenuntergang gepflückten Mai-Sträußen beschenkt.
Am Abend wurde gemeinsam am Feuer gefeiert und getanzt. Besonders die Menschen im Harz trugen Masken und Verkleidungen, die böse Geister (später auch Hexen) fernhalten sollten. Sie sammelten die Asche des alljährlich stattfindenden Feuers und bewahrten sie auf. Den abgebrannten Resten des Feuers wurden nämlich Heilkräfte bei Viehleiden zugesprochen. Heutzutage ist die Walpurgis-Nacht ein sehr beliebtes Volksfest geworden. Unsinn und Schabernack haben sich in das Volksfest eingeschlichen. In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai wird heimlich alles, was im Dorf nicht niet- und nagelfest ist, versteckt oder in der Dorfmitte zu einem Stapel getürmt.

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Der Mai-Strauß und die Birke bleiben Fruchtbarkeitssymbole

Für die Bewohner vieler Dörfer, vor allem am Rhein, ist der Mai-Strauß noch heute das Zeichen des Frühlings. Noch lange Zeit wurde er am 1. Mai auf Bergen, sowie Höhlen an die heilige Jungfrau des Frühlings geopfert. Die Menschen glaubten, dass erst danach das Keimen der Ähren, das Wachsen des Grases und die Bildung der Knospen einsetzten. Der Maibaum, meist eine Birke, entwickelte sich zum Fruchtbarkeitssymbol. Der Baum wird bis heute im Wald gerodet und der Liebsten vor das Haus gestellt. In Schaltjahren, so also auch dieses Jahr, ist es Tradition, dass stattdessen die Frauen ihrem Liebsten einen Maibaum aufstellen.

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Wie wurde die Walpurgis-Nacht zum Hexensabbat

Mit dem Einzug des Christentums im Mittelalter wurde die “Beltane-Nacht” durch die Auferstehung Jesus‘ abgelöst und auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond verschoben. Um das heidnische Ritual zu unterbinden, wurden nicht nur Kirchenstrafen erlassen, sondern auch verschreckende Gerüchte über die nächtliche Feier verbreitet. Im Laufe der Zeit machte sich der Aberglaube an Hexen breit. Um sich vor ihnen und ihrem Zauber zu schützen, wurden vor den Häusern Besen mit dem Reisig nach oben aufgestellt, Baldrian- und Dostzweige aufgehängt und erst nach dem ersten Hahnenschrei die sicheren Häuser verlassen.

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Im Zuge der Hexenverfolgungen verschrie die Kirche die Priesterinnen als Hexen und erklärte die Opferfeste zu Hexensabbaten mit Teufelsanbetung. So wurde ab dem Jahre 742 das Feuer offiziell verboten, was sich aber bis heute nicht durchsetzte. Zum Glück, denn so können wir auch in diesem Jahr wieder den Sabbat tanzen.

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