Zwei Ironmen bei Lensspirit- Leila Künzel und Alexander Martin im Interview

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Schon seit vielen Jahren unterstützen wir von Lensspirit verschiedene Sportprojekte, um das Bewusstsein für die Bedeutung guten Sehens beim Sport zu stärken.

Am 10. Oktober fanden die Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii statt. Das Rennen gilt als das Härteste der Welt, da zu den unfassbaren Distanzen, die die Sportler zurücklegen müssen, noch die extrem schwierigen klimatischen Bedingungen auf der Pazifik-Insel kommen. Zu den Startern zählte auch das von Lensspirit unterstützte Leipziger Läuferpaar Leila Künzel und Alexander Martin.

Nachdem sich die beiden in den vergangenen Wochen von den Strapazen des Wettkampfs erholten, sind sie jetzt wieder zurück in Deutschland. Zu Gast bei Lensspirit berichten sie von ihren Erfahrungen, Erlebnissen und überraschenden Erkenntnissen beim Ironman Hawaii.

Der Ironman-Hawaii ist jetzt über einen Monat her. Habt ihr inzwischen realisieren können, das härteste Rennen der Welt gemeistert zu haben?

Alexander: Ich habe das bis jetzt noch gar nicht realisiert. Wir haben ja direkt im Anschluss noch einige Wochen Urlaub auf Hawaii gemacht, waren dann auch noch in San Francisco. Da haben wir nochmal wahnsinnig viele Eindrücke gesammelt. Zu Hause hat inzwischen schon wieder der Alltag begonnen. Ich denke, wir werden spätestens Silvester dann auf das Jahr zurückblicken und dann auch den Ironman einordnen können.

Ihr habt euch Anfang August beim Ironman in Maastricht für Hawaii qualifiziert. Wie waren eure Erwartungen im Vorfeld? Hattet ihr Hawaii bereits im Blick?

Leila: Wir wollten dieses Jahr tatsächlich unbedingt auch die Qualifikation für Hawaii schaffen. Das Schwierigste war, dass wir beide ein perfektes Rennen brauchten, da wir uns zusammen qualifizieren wollten. Da es in Frankfurt nicht so gut lief, haben wir uns kurzfristig entschlossen, es in Maastricht noch einmal zu versuchen.

Alexander: Es war auch ein Experiment, da wir nur vier Wochen Zeit hatten, uns nach dem harten Rennen in Frankfurt zu regenerieren. Schließlich lief nebenbei ja auch das Berufsleben weiter, wodurch wir keine umfangreiche Erholungsphase – wie sie für Profi-Triathleten möglich ist – hatten.

Was ist das für ein Gefühl, wenn man weiß, man hat die Qualifikation in der Tasche und erfährt kurz darauf, dass es der Partner auch geschafft hat?

Alexander: Tränenreich. Die Freude war natürlich umso größer. Bei Leila war schnell klar, dass sie sich qualifiziert hatte. Bei mir hat es sich erst im Laufe des Tages noch ergeben.

Leila: Ich hatte ja in Maastricht meine Altersklasse gewonnen und dadurch den Slot für Hawaii sicher. Bei Alexander war es noch ein wenig fraglich, ob er einen Slot bekommen würde, da die pro Altersklasse zu vergebene Anzahl von unterschiedlichen Faktoren abhängt und daher variieren kann. Somit war die Slotvergabe bei den Männern für uns auch nochmal Anspannung pur.

Bei diesem Pensum bleibt nicht viel Zeit für Anderes.“

Wie habt ihr euch auf den Hawaii-Ironman vorbereitet?

Leila: Unser Trainer hat uns genaue Pläne erstellt, die wir dann über unsere Trainings-App abrufen konnten. Wir gehen ja auch beide Vollzeit arbeiten. Deshalb hieß es dann halt früh um 5 aufstehen und laufen gehen, dann auf Arbeit und danach noch eine weitere Einheit- also zweimal Trainieren pro Tag. Am Wochenende standen dann die langen Radeinheiten auf dem Programm. Bei diesem Pensum bleibt nicht viel Zeit für Anderes. Aber schließlich war es ja auch die Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft. Und genau das war dann auch die entscheidende Motivation.

Interview mit 2 Leipziger Ironmen

Wie sah die Vorbereitung am Wettkampf-Tag aus?

Leila: Dreiviertel 4 hat der Wecker geklingelt. Um 4 Uhr gab es Frühstück, bestehend aus leicht Verdaulichem und Kaffee.

Alexander: Um Fünf sind wir dann in etwa los gefahren. Die meisten Sachen hatten wir schon am vorigen Tag vorbereitet.

Leila: Genau. Am Wettkampftag ist eigentlich nicht mehr viel zu tun. Wir hatten bereits am Vortag die Räder und alle anderen Sachen, die man noch für das Rennen braucht, abgegeben. An dem Wettkampf-Tag selbst mussten wir nur noch Kleinigkeiten erledigen. Also Wettkampfkleidung anziehen, den Chip für die Zeitmessung kontrollieren und die selbst mitgebrachte Verpflegung abgeben, damit wir die dann an den Versorgungsstationen an der Strecke bekommen konnten.

Welcher Moment war für euch beim Ironman Hawaii der Härteste?

Leila: Bei mir war es der Schwimmstart. Eigentlich war ich ganz gut positioniert, recht weit vorn und in der Mitte. Dann kam natürlich das ganze Feld von rechts und links in die Mitte geschwommen. So dass es ein reines Geprügel war. Erst nach ungefähr 1000m hatte ich meinen Rhythmus gefunden.

Alexander: Bei mir war die kritischste Stelle beim Radfahren. So bei Kilometer 120 oder 130 kam nochmal ein unangenehmer Gegenwind auf. Da dachte ich, dass die übrigen 50/60 Kilometer noch ganz schön hart werden würden.

Der Kanonenschlag zum Start, das ist einfach nur geil.

Habt ihr eine Lieblingsdisziplin?

Leila: Ich mag eigentlich alles, mir macht alles Spaß.

Alexander: Bei mir ist es das Laufen, dann kommt Radfahren, und schließlich das Schwimmen. Aber an so einem Tag hat alles Spaß gemacht, weil es einmalig und einzigartig war. Gerade das Schwimmen im Pazifik ist gigantisch. Die Fische da zu beobachten, das Salzwasser, einfach die ganze Atmosphäre. Auch der Kanonenschlag zum Start, das ist einfach nur geil.

Gab es in irgendeiner Situation den Gedanken, aufzugeben?

Alexander: Die Frage hat sich eigentlich nie gestellt. Klar gibt es immer mal wieder Situationen, in denen es schwieriger ist, aber es ist halt eine Weltmeisterschaft und da geht es letztlich nur um das Finishen -selbst wenn man nur noch in das Ziel hineinkriechen würde.

Das ist für die Zuschauer anstrengender als für die Athleten

Wenn man mehr als 10 Stunden unterwegs ist, was geht einem da durch den Kopf? Ist man die ganze Zeit voll fokussiert oder versucht man sich auch abzulenken?

Leila: Eigentlich ist es der kürzeste Tag des Jahres. Man ist im Prinzip die ganze Zeit beschäftigt. Vor dem Rennen konzentriert man sich auf das Optimieren, damit auch alles passt. Dann beim Schwimmen ist man schon am Überlegen, wo man danach hinlaufen muss, wo der Wechselbeutel ist. Beim Radfahren fängt man sofort an sich zu verpflegen, dann kommen die ganzen Versorgungsstationen. Man ist wirklich dauernd beschäftigt, sich kaltes Wasser zu greifen und sich zu kühlen. Dann ist man auch schon wieder vom Rad runter, sucht seine Laufsachen und ist schließlich wieder damit beschäftigt sich zu kühlen und dann ist man auch schon im Ziel.

Alexander: Also komischerweise geht der Tag sehr schnell rum. Ich denke, das ist für die Zuschauer anstrengender als für die Athleten selber.

Das kann ich mir nicht vorstellen….

Alexander: Die Zuschauer sind ja auch den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt. Wir Athleten haben immerhin die Möglichkeit uns permanent abzukühlen. Generell ist das Abkühlen bei so einem Rennen das A und O. Ansonsten hat man halt auch bestimmte Ereignisse im Rennen, Regen zum Beispiel. Klar sieht man sich auch um und schaut sich die Landschaft an. Gerade auf Hawaii saugt man ja auch alles auf wie ein Schwamm. Vor allem wenn man bei einer Weltmeisterschaft ist, das ist einmalig.

Und das Schöne ist ja auch, dass wir beide gestartet sind und uns daher auch immer mal wieder an den Wendepunkten gesehen haben.

Wann war der Punkt erreicht, an dem die Vorfreude auf das Ziel begann und ihr wusstet, dass ihr es beinahe geschafft habt.

Alexander: Als ich das letzte Mal Leila gesehen habe und wusste, dass bei ihr alles ok ist. Bei mir waren es vielleicht noch so 10km, das war ja dann auch ok. Das Wichtigste war aber wirklich zu wissen, wir sind beide gut drauf, haben ein gutes Rennen und einfach Spaß daran.

Was überwiegt, wenn man nach über 225km durch Ziel läuft, Stolz? Freude? Erleichterung? Oder einfach nur Erschöpfung?

Alexander: Also eigentlich alles, was du jetzt aufgezählt hast. Das trifft es schon ganz gut.

Leila: Außer Erschöpfung.

Alexander: Stimmt. An Erschöpfung denkt man eigentlich gar nicht. Höchstens wenn man die Medaille umgehängt bekommt, kippt man schon mal so leicht nach vorne, weil sie so schwer ist, aber generell denkt man daran überhaupt nicht.

Leila: Bei mir standen ja Alex und ein paar Freunde vor dem Ziel, da hab ich nochmal kurz angehalten und alle gedrückt. Die letzten 10m bin ich einfach gegangen und hab es genossen.

Alles ist viel bunter, schöner, größer

Wie muss man sich die Schmerzen am nächsten Tag vorstellen?

Leila: Das Schlimmste ist die Nacht. Man kann ganz schlecht schlafen, ist unruhig und aufgewühlt durch die ganzen Emotionen.

Alexander: Der nächste Tag war eigentlich relativ normal. Man wird ja auch stärker mit jedem Rennen, das neu hinzu kommt. Dementsprechend war der Muskelkater beispielsweise auch wesentlich stärker als wir zum ersten Mal einen Ironman gelaufen sind. Und so hat sich der Körper inzwischen schon ein bisschen daran gewöhnt.

Leila: Ja, wir hatten schon Rennen, da war es wesentlich schlimmer. Es sind dann halt auch die Endorphine im Körper, die einen auch im Nachhinein noch beflügeln.

Ironman-Interview

Wo liegt der Hauptunterschied zwischen einem Ironman in Europa und dem auf Hawaii?

Leila: Die ganzen Events, die im Vorfeld schon veranstaltet wurden. Alles ist viel bunter, schöner, größer. Da gibt’s zum Beispiel den Underpants-Run, bei dem die Teilnehmer 10km in Unterhosen laufen. Dann gibt es da noch die große Pasta-Party bei schönem Wetter unter freiem Himmel.

Alexander: Das geht ja bereits früh los, wenn man an den Vortagen die Schwimmstrecke schon ein bisschen abschwimmen will. Viele können durch den Jetlag nicht so lange schlafen und werden um 5 oder um 4 herum wach. Wenn du dann halb 7 früh ins Wasser gehst, dann kommen dir schon wieder welche entgegen.

Leila: Man kommt morgens dort hin und dann sind da schon 1000 andere Leute – das ist schon crazy. Dann gibt es nach 500m so ein kleines Kaffee-Podest, zu dem alle hinschwimmen. Da kann man dann einen Kaffee trinken und wieder zurückschwimmen.

Und dann ist da natürlich noch die Lavalandschaft und diese erbarmungslose Sonne, die die ganze Zeit herunter prasselt, so dass man sich schon im Vorfeld denkt, wie anstrengend das werden wird. Aber im Rennen blendet man das wieder aus.

Wie viele Kilometer habt ihr in diesem Jahr bereits in den Beinen?

Alexander: Das ist schwer zu sagen. Ich schätze in etwa 200km Schwimmen, 8000km Radfahren und 2000km Laufen.

Sind in diesem Jahr noch weitere Wettkämpfe geplant?

Alexander: Das Wettkampfjahr ist soweit jetzt abgeschlossen. Das Einzige, was in diesem Jahr noch ansteht, ist der Silvesterlauf.

Leila: Ansonsten ist jetzt nur Training in der Halle. Da hat bereits der Aufbau für die kommende Saison angefangen. Anfang März geht es dann mit dem Crossduathlon am Auensee wieder los.

Sind die Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii im kommenden Jahr wieder das Ziel?

Leila: Nein, allein durch die extrem hohen Reisekosten ist es leider nicht möglich, jedes Jahr dort anzutreten. Aber vielleicht setzen wir uns die Teilnahme in zwei Jahren wieder als Ziel.

Alexander, wie ich sehe, bist du Brillenträger. Wie machst du das im Wettkampf?

Alexander: Beim Schwimmen geht es bislang noch ohne Sehhilfe und beim Radfahren und Laufen trage ich meine Sport-Sonnenbrille mit Stärke.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, Kontaktlinsen zu tragen?

Alexander: Im vergangenen Jahr, als Lensspirit in der Woche vor dem Stadtlauf Gratis-Kontaktlinsenanpassungen für die Athleten angeboten hat, habe ich Kontaktlinsen auch mal ausprobiert. Mir war aber das Gefühl in den Augen dann doch zu ungewohnt und gerade bei Wettkämpfen wie jetzt dem Ironman auf Hawaii wollte ich natürlich auch nicht experimentieren.

Zukünftig möchte ich das Thema Kontaktlinsen aber auf jeden Fall wieder in Angriff nehmen. Gibt es eigentlich auch Sport-Kontaktlinsen?

Ja, es gibt spezielle Sportlinsen, die je nach Nutzung im Innen- oder Außenbereich eine bestimmte Tönung haben. Diese verbessert das Kontrastsehen. Solche Linsen sind aber vor allem bei Sportarten zu empfehlen, bei denen Reaktionsschnelligkeit eine entscheidende Rolle spielt, wie Tennis oder Hockey beispielsweise. Bei Ausdauerdisziplinen wie dem Triathlon können ganz gewöhnliche Kontaktlinsen genutzt werden. Wobei generell beim Sport Tageslinsen am besten geeignet sind.  Schau doch gern mal in unserem Kontaktlinsen-Studio vorbei und lass dich von unseren Augenoptikerinnen beraten, welche Kontaktlinsen ideal für deine Augen sind.

Alexander: Sehr gerne. Vielen Dank.

Liebe Leila, lieber Alexander, vielen Dank für das Interview und eure spannenden Berichte von den Weltmeisterschaften auf Hawaii. Wir von Lensspirit wünschen euch weiterhin alles Gute und viel Erfolg für die kommende Wettkampf-Saison.

 

Ironman-Medaille


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Immanuel

ist Online-Redakteur bei Lensspirit und bereichert unseren Blog mit spannenden Artikeln zu den Themen Ausbildung, Forschung, Wissenschaft und Kultur.

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1 Kommentar

  1. Marco

    Tolles Interview. Da merkt man richtig was für eine Energie man für den Sport braucht und das die beiden dafür leben. Das ist wirklich pure Begeisterung und die beiden leben das richtig. Ich kann mir das Hobbysportler kaum vorstellen wie man so hart an die Belastungsgrenze gehen kann. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Langstreckenlauf. Da braucht man dann auch nicht so viele unterschiedliche Sportklamotten. Ich wünsche euch auch eine erfolgreiche Wettkampfsaison!

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