Kontaktlinsen aus dem 3D-Drucker

Kontaktlinsen aus dem 3D-Drucker

Vielleicht gibt es schon bald Kontaktlinsen aus dem 3D-Drucker

Seit einigen Jahren rücken 3D-Drucker mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Grund dafür sind neue, preiswerte Modelle, die es inzwischen auch Privatpersonen ermöglichen, kleine plastische Objekte schnell und unkompliziert zu Hause auszudrucken.

Können also möglicherweise bald auch Kontaktlinsen bequem und kostengünstig in den eigenen vier Wänden hergestellt werden? Diese Frage möchte ich euch in diesem Beitrag beantworten.

So werden Kontaktlinsen bisher gefertigt

Zurzeit werden für Kontaktlinsen drei verschiedene Herstellungsverfahren verwendet. Beim Formgussverfahren und Schleudergussverfahren wird das Material jeweils in eine vorgefertigte Form gegeben und auf unterschiedliche Weise ausgehärtet. Der Nachteil dieser Varianten ist, dass sie nur einen begrenzten Spielraum an variablen Parametern zulassen. Anders sieht es bei dem Drehverfahren aus. Hier wird Diamantenschneidwerkzeug eingesetzt, mit dem ein Rohling zur fertigen Kontaktlinse geschliffen wird. Diese Herstellungstechnik bietet einen sehr großen Variationsspielraum, ist aber auch sehr aufwendig und wird daher hauptsächlich bei Kontaktlinsen mit einer langen Tragedauer eingesetzt (z.B. Jahreslinsen).

In Zukunft könnten 3D-Drucker die aktuell genutzten Verfahren ersetzen und dabei schneller, effizienter, variantenreicher und kostengünstiger arbeiten.

In diesem Video seht ihr, wie Kontaktlinsen aktuell bei Cooper Vision hergestellt werden:

Wie funktioniert der 3D-Druck?

Zunächst ist eine spezielle Software notwendig, mit der die auszudruckenden Modelle am Computer designt werden. Kreieren könnt ihr dabei so ziemlich alles was eure Fantasie hergibt, zumindest solange die räumlichen Kapazitäten eures Druckers es erlauben. Falls euch das eigenständige Erstellen zu schwierig sein sollte, könnt ihr schon heute unzählige Muster und Entwürfe auf verschiedenen Plattformen im Internet herunterladen.

Der Druckprozess selbst ist ein additives Verfahren. Das heißt, das geschmolzene Rohmaterial wird mittels einer Düse nach und nach zu dem gewünschten Objekt aufgeschichtet. Welche Werkstoffe dazu verwendet werden, hängt hauptsächlich von den Möglichkeiten des 3D-Druckers ab. Vorwiegend werden Kunststoffe genutzt, aber auch Keramik, Metalle und sogar Lebensmittel können eingesetzt werden. Einige 3D-Drucker sind sogar in der Lage mehrere Materialien gleichzeitig zu verarbeiten.

Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit 3D-Druckern gemacht und könnt ihr euch vorstellen in Zukunft Alltagsgegenstände und Geschenke nicht mehr zu kaufen, sondern per Knopfdruck selbst zu produzieren?

Kontaktlinsen zum selber drucken?

Auch wenn die 3D-Druck-Technologie in großen Schritten voranschreitet, ist die Do-it-yourself-Kontaktlinse aus dem eigenen 3D-Drucker wohl auch in Zukunft nicht umsetzbar. Die Schwierigkeiten werden dabei auf Dauer nicht technologischer Natur sein, sondern Material und Kontaktlinsen-Design betreffen.

So können Kontaktlinsen nicht aus irgendeinem beliebigen Kunststoff hergestellt werden. Vielmehr sind für moderne und augenschonende Kontaktlinsen hochkomplexe chemische Verbindungen notwendig, die gut verträglich sind und den Augen möglichst viel Sauerstoff zum Atmen bieten.

Wenn ihr eure Kontaktlinsen also selber ausdrucken wolltet, müsstet ihr auf jeden Fall entsprechendes Material von einem Hersteller anfordern. Ob dieser euch das tatsächlich zur Verfügung stellen würde, ist allerdings fraglich.

Neben dem Material spielt für optimal sitzende Kontaktlinsen das Linsendesign und die verschiedenen Parameter eine entscheidende Rolle. Auch hier müsstet ihr darauf hoffen, vom Hersteller die nötigen Informationen zu erhalten.

Hygienische Voraussetzungen sind zu Hause nicht gegeben

Zu den genannten Schwierigkeiten kommt zusätzlich auch der hygienische Aspekt. Eine absolut sterile Umgebung, die für ein derartig sensibles Produkt unbedingt notwendig ist, werdet ihr zu Hause kaum erreichen können. Daher bleiben Kontaktlinsen aus dem 3D-Drucker wohl der industriellen Produktion vorbehalten. Dass sich dieses Herstellungsverfahren dort langfristig durchsetzt, halte ich persönlich für sehr wahrscheinlich.

Auch wenn ihr eure Kontaktlinsen wohl nie selber zu Hause ausdrucken werdet, so bieten 3D-Drucker dennoch unzählige spannende Möglichkeiten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass das Fahrgestell des Aston Martin DB5 aus dem letzten James Bond-Film von einem 3D-Drucker erzeugt wurde?

Was würdet ihr gern mal mit einem 3D-Drucker ausdrucken?

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Immanuel

ist Online-Redakteur bei Lensspirit und bereichert unseren Blog mit spannenden Artikeln zu den Themen Ausbildung, Forschung, Wissenschaft und Kultur.

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