Interview: Geringe Impulsivität unterstützt Erfolg bei Super Strooper

Dipl-Psych Nico Liebe

Interviewpartner: Dipl-Psych Nico Liebe

Dipl-Psych Nico Liebe

Interviewpartner: Dipl-Psych Nico Liebe

Bisher gibt es knapp 1000 Mitspieler bei unserer neuen Spiele-App Super Strooper – und täglich kommen eifrige Teilnehmer dazu. Doch was sagt ein erfahrener Psychologe zum Spielemechanismus?

Ich habe mich mit Dipl-Psych Nico Liebe zum Interview getroffen und mit ihm über den Stroop-Effekt gesprochen.

Lensspirit: Hallo Herr Liebe, haben sie heute schon gestroopt?
Nico Liebe: Ja, 5 Mal um genau zu sein. Bisher habe ich allerdings nicht mehr als 924 Punkte erreicht.

LS: Was passiert während des Spiels im Gehirn?
NL: Wir haben in unserer Kultur das Lesen von Wörtern extrem gut automatisiert. Insbesondere häufige und kurze Wörter müssen wir nicht mehr Buchstabe für Buchstabe lesen, sondern erfassen sie sehr schnell. Die Benennung der Farbe von Objekten hat dagegen im  Alltag kaum Bedeutung.

LS: Warum fällt es schwerer die Farbe richtig benennen, wenn sie in einer anderen Schriftfarbe geschrieben steht?
NL: Normalerweise nehmen wir Farben als eine eigenständige Qualität bzw. Eigenschaft von Objekten wahr. Während unser Gehirn zu großen Teilen völlig automatisch und unbewusst gleichzeitig noch in parallelen Prozessen auch andere Eigenschaften des Objektes verarbeitet. Außerdem analysiert es gleichzeitig den Kontext und inhaltliche Assoziationen dazu.

Handelt es sich bei dem Objekt um ein Wort, lesen wir dieses auch noch ganz automatisch, ohne uns dafür oder dagegen zu entscheiden.

LS: Welche Faktoren können mein Ergebnis beim Super Strooper positiv beeinflussen ?
NL: Eine geringe Impulsivität – also nicht dem ersten Impuls ohne Abgleich der konkreten Aufgabenstellung nachgeben – bei hoher kognitiver Flexibilität, eine gute Konzentration, möglichst keine Ablenkung sowie Übung im Umgang mit Farben von Schriften bzw. Wörtern.

LS: Wo finden wir den Stroop- Effekt im Alltag wieder?
NL: Im Alltag finden sich durchaus vergleichbare Problemfelder, wenn sich z.B. für eine bekannte Fahrtroute die Vorfahrtsregeln ändern.

LS: Welche Bedeutung und Nutzen hat er für die Psychologie?
NL: Der Stroop-Effekt gibt indirekt wichtige Hinweise auf die Funktionsweise unseres Gehirns, als einem hochkomplexen Organ und dessen vielfältige Vernetzung von z.T. recht spezialisierten Hirnarealen bzw. Hirn- oder Neuronenbahnen.

Prinzipiell lässt sich mit dem Stroop-Test die individuelle Intereferenzneigung bestimmen. Sie wird auch mit Impulsivität in Verbindung gebracht und in der Forschung als Verhaltensmessung für diese genutzt. Die Interferenzneigung ist beispielsweise bei Depressionen aufgrund eingeschränkter kognitiver Flexibilität erhöht.

LS: Danke für das informative Gespräch!

Nico Liebe hat Psychologie an der Universität Leipzig studiert und wird voraussichtlicht noch im Februar 2014 seine Promotion zum Thema „Wie impulsiv ist ein High Sensation Seeker? – Eine Studie zur diskriminanten Validität von Impulsivität und Sensation Seeking im Hinblick auf Stressreaktionen“ abschließen. Aktuell ist er als Diplom-Psychologe in einer psychosomatischen Klinik in Bad Wildungen tätig.

 

 

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Claudia

ist bei Lensspirit für die Bereiche Kommunikation und Social Media zuständig. Hier im Blog leitet sie die Redaktion, ist auch selbst als Autor tätig, recherchiert...

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