Alzheimer-Früherkennung beim Augenarzt?

Alzheimers Concept Horizontal: Alzheimers Concept Horizontal

Alzheimer – eine Krankheit, die nach und nach vergessen lässt: Namen, Geburtstage, Adressdaten und mit der Zeit auch Handlungsabläufe.

Der hauptsächliche Grund hierfür sind Ablagerungen (Plaques) im Gehirn, sowie knäuelartige Ansammlungen innerhalb der Nervenzellen. Bislang gilt die Krankheit als nicht heilbar, doch Forscher arbeiten mit Hochdruck daran, Alzheimer noch früher zu erkennen und somit effizienter behandeln zu können. Doch welche Forschungen zur Alzheimer-Früherkennung gibt es? Und warum hat das Thema gerade als Augenoptikerin mein Interesse geweckt?

Die Antwort: Es geht in mindestens zwei der aktuellen Forschungen um das Auge.

1. Die Netzhaut als Verlängerung des Gehirns

Häufig wird die Netzhaut des Auges auch als Verlängerung des Gehirns bezeichnet. Diesen Aspekt nutzen aktuell Mediziner, um über das Auge Erkrankungen am Gehirn zu untersuchen. So haben britische Forscher eine Methode entwickelt, mit der sich in Echtzeit beobachten lässt, in welcher Geschwindigkeit und in welcher Anzahl Netzhaut-Zellen absterben. Die Beobachtung der Netzhautzellen erfolgte mit Hilfe eines speziellen Mikroskops.

Geht es nach dem Forschungsteam wird es schon bald einen kurzen und wenig aufwendigen Test zur Alzheimer-Vorsorge geben, der unkompliziert und schmerzfrei beim Augenarzt stattfinden kann.

2. Untersuchung der Augenlinse auf erste Alzheimer-Warnsignale

Ein zweites Forscherteam beschäftigt sich aktuell mit der Augenlinse, um hier erste Alzheimer-Warnsignale diagnostizieren zu können. Ziel ist es, über eine Durchleuchtung der Augenlinse so genannte Tau-Moleküle in der Augenlinse aufzuspüren, die als Vorbote der Alzheimer-Erkrankung gelten.

Die vermeintlichen Tau-Moleküle werden im ersten Schritt enttarnt, indem sie beim Durchleuchten der Augenlinse auftreffendes Licht reflektieren. Im zweiten Schritt erhält der Patient spezielle Augentropfen, deren Inhaltstoffe Verbindungen mit diesen Molekülen eingehen. Kommt es zur Verbindung beider, verraten sich die Alzheimer verursachenden Tau-Moleküle durch ein verräterisches Strahlen.

Ein erstes großes Ziel der Forscher ist es somit, einen bequemen und bezahlbaren Schnelltest für die Durchführung beim Augenarzt zu entwickeln.

Fazit

Wird Alzheimer im Frühststadium erkannt, gibt es wesentlich effektivere Behandlungsmöglichkeiten und die Lebensqualität kann deutlich länger gewährleistet werden. Neben dem Vorteil, die Krankheit dank der neuen Methoden bereits im Frühststadium erkennen zu können, erhoffen sich die Forscher vor allem auch die Möglichkeit, den Therapieverlauf über die Augenuntersuchung verfolgen und kontrollieren zu können.

Erinnert Ihr Euch noch an meinen letzten medizinischen Blogbeitrag Kontaktlinsen gegen Migräne? Gern könnt Ihr diesen nochmals nachlesen.

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Über den Autor /


ist Augenoptikermeisterin und arbeitete als Kontaktlinsenexperte bei Lensspirit. Hier im Blog schrieb sie regelmäßige Ratgebertexte zu Kontaktlinsenthemen.

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