Harte oder Weiche Linsen: Jetzt wirds Klarer!

 

Weiche oder harte Linsen? - inkl Checkliste

Weiche oder harte Linsen? – inkl Checkliste

[Hinweis: Wir haben für euch wieder eine Checkliste am Ende des Artikels bereitgestellt, die euch einen Überblick zu den wichtigsten Fragen gibt.]

Seit der Erfindung der Kontaktlinse durch Leonardo da Vinci hat sich das Material stetig weiterentwickelt. Ganz zu Anfang gab es nur harte Linsen, die sogar noch aus Glas waren und so sauerstoffdurchlässig, wie eine Plastiktüte. Die Forschung schritt rasch voran und bald schon war offensichtlich, dass Sauerstoffdurchlässigkeit ein wichtiger Faktor für das Tragen von Linsen ist und für die Augengesundheit. Denn das Auge ist ein lebendiges Organ. Mit den späteren weichen Linsen und deren Material gelang es diesen Faktor zu berücksichtigen. Doch auch harte Linsen haben sich weiterentwickelt. Also wo liegen nun die Vor- und Nachteile? Sollte man nur noch weiche Linsen tragen und sind harte Linsen eventuell sogar schädlich? Zu all diesen Fragen werden wir euch heute versuchen zu beantworten. Doch für alle gilt eines: Egal ob weich oder hart, Hauptsache die Kontaktlinse wurde fachgerecht von einem Profi angepasst. Denn nur dann hat man lange Freude am Linsentragen.

Harte Linsen

Seit 1976 gibt es die harten Linsen auf dem Markt und viele Menschen schwören darauf. Jedoch wissen einige Kontaktlinsenträger auch nicht, welche Vorteile eine weiche Linse birgt oder sie sind fest davon überzeugt, dass sie durch ihre besondere Fehlsichtigkeit, wie einen Astigmatismus, weiche Linsen nicht tragen können. Die harten Linsen sind etwas kleiner und messen ca. 8 bis 10 mm. Da die Linsen etwas schwerer sind als weiche Linsen, können sie nicht so unkompliziert auf dem Tränenfilm schwimmen, sondern liegen auf dem unteren Augenlied auf. Wie schon erwähnt ist die Sauerstoffdurchlässigkeit ein wichtiges Kriterium für das Linsentragen. Die Durchlässigkeit wird mit dem Dk-Wert angegeben. Je höher dieser ausfällt, desto besser sind die Linsen für ein langes Tragen geeignet. In der Regel bewegen sich die harten Linsen in einem Dk-Bereich zwischen 30 und 100. So läuft der Sauerstofftransport zur Hornahaut durch das Linsenmaterial hindurch.

Vor- und Nachteile Harter Linsen

Laut Experten sind formstabile Linsen die gesündere Variante. Sie werden ständig mit Tränenflüssigkeit unterspült, die das Auge mit Sauer- und Nährstoffen versorgt.

Harte Linsen sind meist Jahreslinsen und werden passgenau angefertigt. Allerdings kostet diese Maßanfertigung auch gehörig Geld. Jedoch können die Linse lange getragen werden und somit günstiger als weiche Linsen sein. Genutzt werden können sie etwa 18 Monate, im Idealfall sogar etwas mehr als doppelt so lange.

Formstabile Linsen können nicht austrocknen.

Da die harte Linse auf dem unteren Augenlied aufliegt und nicht auf dem Tränenfilm schwimmt, kann es ca 3 bis 6 Wochen dauern bis sich das Auge an die harte Linse gewöhnt hat. Denn man kann die Tragedauer nur schrittweise erhöhen. Am Anfang hat man also ein ständiges Fremdkörpergefühl im Auge.

Da die Linse nicht richtig im Auge sitzt, geht sie schnell verloren oder wird beim wilden planschen aus dem Auge gespült.

Auch harte Linsen nutzen sich ab und können schneller im Auge unangenehm drücken als man denkt. Ist die Linse kaputt, muss man sich gedulden bis eine neue angefertigt wurde.

Da harte Linsen lange in Gebrauch sind, ist eine umfangreiche Reinigung unerlässlich, um Bindehautentzündungen und gereizte Augen zu vermeiden.

Harte Linsen können sich durch die Abnutzung verformen und die Hornhaut des Auges schädigen.

Weiche Linsen

Heutzutage schwören viele auf ihre weichen Kontaktlinsen. Denn sie passen sich optimal dem Auge an und schmiegen sich der Hornhaut an. Der Durchmesser, der so genannte DIA-Wert,  weicher Linsen liegt zwischen 12 und 16 mm. Natürlich gibt es weiche Kontaktlinsen als Tages-, Monats- und Jahreslinsen. Welche Linse die passende ist, hängt von der Häufigkeit des Tragens ab. Wer die Kontaktlinse nur sporadisch zum Sport trägt, für den ist sicher eine Tageslinse besser geeignet. Denn hier entfällt auch das ständige Reinigen.

Verschieden weiche Linsentypen

Etwa 85% der heute verkauften Linsen sind weiche Monatslinsen. Heutzutage werden die weichen Linsen an Hand ihres Materials unterschieden. Es gibt die Silikonhydrogellinsen und Hydrogellinsen. Die Hydrogellinsen bestehen aus hydrophilen Polymer und Wasser, je nach Linse in einem Massenverhältnis von grob 1:1. Solche Polymere sind z.B. Ocufilcon oder Omafilcon, die in der Proclear Familie und bei den Biomedics Kontaktlinsen genutzt werden. Dabei ist das Polymer leider nicht sauerstoffdurchlässig und der Transport erfolgt durch das in der Linse enthaltene Wasser. Somit erhöht sich der Dk-Wert mit steigendem Wassergehalt. Allerdings kann man die Linsen dann nicht länger tragen als üblich. Denn der hohe Wassergehalt trocknet das Auge aus. Die Linse will ihren Wassergehalt konstant halten und holt sich die benötigte Feuchtigkeit aus dem Auge. Viele Kontaktlinsenträger klagen dann über trockene Augen.

Ganz anders verhält es sich mit den Silikonhydrogellinsen, die erstmalig 1999 auf den Markt kamen. Das erste Silikonhydrogelmaterial war das Balafilcon, das auch heute noch in der Pure Vision in einer weiterentwickelten Form (Balafilcon A) genutzt wird. Das besondere an diesem Material ist, dass die Linsen nun mehrtägig und sogar in der Nacht getragen werden können. Die Zusammensetzung ist hier um einiges komplizierter. Denn es handelt sich um eine Mischung aus einem hydrophilen sauerstoffundurchlässigem Polymer, einem hydrophoben hochsauerstoffdurchlässigem Silikonpolymer, und Wasser. Hier sorgen die Silikonpolymere, die im Gegensatz zu den normalen Polymeren hochsauerstoffdurchlässig sind. Deswegen kann mit diesem Material ein Dk-Wert bis zu 100 erreicht werden. Das Silikonhydrogel weißt eine geringe Steifigkeit auf, die in der Weiterentwicklung etwas reduziert werden konnte. So ist ein weiterentwickeltes Silikonhydrogel das Comfilcon, dass in der Biofinity Linse zu finden ist.

Vor- und Nachteile Weicher Linsen

Weiche Linsen gehen seltener verloren, da sie durch ihren größeren Durchmesser direkt auf dem Tränenfilm schwimmen und bereits nach kurzer Tragezeit werden die Linsen nicht mehr als Fremdkörper wahrgenommen.

Bei Tageslinsen entfällt das aufwendige Reinigen und man hat schnell eine frische Linse parat.

Weiche Linsen sind eine angenehme und kostengünstige Alternative zur harten Linse.

Besonders in jungen Jahren kann sich die Sehstärke häufig ändern. Mit weichen Linsen kann man schnell auf diese Änderungen reagieren.

In einem schmutzigen und staubigen Arbeitsumfeld, können Fremdpartikel nicht so einfach unter die Kontaktlinse rutschen und sich unangenehm anfühlen.

Durch die optimierten Silikonhydrogele kann man ausgewählte Linse auch mehrere Nächte tragen, falls die Reinigungsmittel mal nicht zur Hand sind.

Welche Linse soll ich nun tragen?

Egal welcher Linsentyp genutzt wird, beide haben Vor und Nachteile, die für jeden subjektiv zu bewerten sind. Wichtig ist, dass die Linse von einem Experten, wie beispielsweise unserer Augenoptikermeisterin Manuela Müller, angepasst wurde. Nur so kann sichergestellt werden, dass man auch die passende Linse auf dem Auge sitzen hat und das Linsentragen sollte sich angenehm anfühlen. Außerdem können Augenoptiker und Augenarzt Tipps zum Ein- und Absetzen geben, aber auch ausführlich über die Pflege aufklären. Denn werden Pflegehinweise missachtet, muss mit schwerwiegenden Schäden am Auge gerechnet werden. Hierbei spielt es letztlich keine Rolle, welche Art von Kontaktlinsen getragen wurden.

Lensspirit Checkliste mit den wichtigsten Fragen zu formstabilen und weichen Kontaktlinsen: Jetzt downloaden

Welche Linsen sind eure Favoriten?

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arbeitete bei Lensspirit im Kundenservice und bereicherte als Autor für das Social Media Team diesen Blog mit spannenden Themen rund um das Thema Kontaktlinsen.

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4 Kommentare

  1. Mimi

    Ich hab gehört, dass viele Leute die weichen Linsen nach einigen jahren nicht mehr vertragen. Ist das mit den Silikonhydrogel Linsen anders oder genauso?
    Schöner Artikel :)
    Mimi

  2. Ela

    Liebe Mimi,

    vielen Dank für Deine Zeilen. Die Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen werden in den meisten Fällen sehr, sehr gut und das über lange Jahre vertragen. Dieses liegt unter anderem daran, dass dieses Material nahezu soviel Sauerstoff ans Auge lässt als würden keine Kontaktlinsen getragen werden. So starten viele Kunden bereits in jungen Jahren mit dem Tragen von Silikon-Hydrogel-Linsen und können das gleiche Produkt später als multifokale Gleitsichtlinsen weitertragen. Einfach tolle Linsen!

    Herzliche Grüße aus Leipzig
    Ela

  3. dendrobat

    Ich schwöre seit über 30 Jahren auf formstabile Linsen. Sicher, ab und an habe ich vor allem als Jugendliche gerne mal eine Linse verloren, das passiert mir heute nicht mehr. Aber ich kenne kaum jemanden, der so wenig Probleme mit Kontaktlinsen hat wie ich, allerdings tragen Freunde und Bekannte immer weiche Linsen. Also bleibts dabei. Ein Hoch auf die formstabilen:-)

  4. Günther

    ich trage seit einem jahr weiche kontaktlinsen (Silikonhydrogel Linsen). man kann sie lange trage, lassen viel luft durch und sind am auge angenehm.
    ich bin mit ihnen SEHR zufrierden. Die die sich über weiche kontaktlinsen beklagen und probleme bekamen haben meist billige linsen gekauft.

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