Spuren einer Lebensreise

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Elkes Linsenkolume: #40

Spuren einer Lebensreise

Da bei Lensspirit zurzeit das Thema Reisen im Focus steht, hier mal eine ganz andere Reisegeschichte:

Es war einmal ein Vater, der hatte zwei Söhne. Als der Vater alt und gebrechlich war, dachte er über sein Leben nach. Es kamen ihm Zweifel, ob er seinen Söhnen wohl das Wichtigste für Ihr Leben mitgegeben hatte.

Und weil ihn diese Frage nicht losließ, beschloss der Vater seine Söhne mit einem besonderen Auftrag auf eine Reise zu schicken. Er ließ sie zu sich kommen und sagte: „Ich bin alt und gebrechlich geworden. Meine Spuren und Zeichen werden bald verblassen. Nun möchte ich, dass Ihr in die Welt hinaus geht und dort Eure ganz persönlichen Spuren und Zeichen hinterlasst.“ Die Söhne taten, wie ihnen geheißen und zogen hinaus in die Welt.

Der ältere Sohn begann sogleich eifrig, Grasbüschel zusammen zu binden, Zeichen in Bäume zu schnitzen, Äste zu knicken und Löcher zu graben, um seinen Weg im Leben zu kennzeichnen. Der jüngere Sohn jedoch sprach mit den Leuten, denen er begegnete, er ging in die Dörfer und feierte, tanzte und spielte mit den Bewohnern. Da wurde der ältere Sohn zornig und dachte bei sich: „Ich arbeite die ganze Zeit und hinterlasse meine Zeichen, mein Bruder aber tut nichts.“ Nach einiger Zeit kehrten sie zum Vater zurück. Der nahm dann gemeinsam mit seinen Söhnen seine letzte und beschwerliche Reise auf sich, um ihre Zeichen zu sehen.

Sie kamen zu den gebundenen Grasbüscheln. Der Wind hatte sie verweht und sie waren kaum noch zu erkennen. Die gekennzeichneten Bäume waren gefällt worden und die Löcher, die der ältere der beiden Söhne gegraben hatte, waren fast alle bereits wieder zugeschüttet. Aber wo immer sie auf ihrer Reise hinkamen, liefen Kinder und Erwachsene auf den jüngeren Sohn zu und freuten sich, dass sie ihn wieder sahen und luden ihn zum Essen und zum Feiern ein.

Am Ende der Reise sagte der Vater zu seinen Söhnen: „Ihr habt beide versucht, meinen Auftrag, Zeichen zu setzen und Spuren zu hinterlassen, zu erfüllen. Du, mein älterer, hast viel geleistet und gearbeitet, aber deine Zeichen sind verblichen. Du, mein jüngerer, hast Zeichen und Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Diese bleiben und leben weiter.“

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Elke

war bis Sommer 2016 Augenoptikerin bei Lensspirit. Mit Ihrem Fachwissen beriet sie nicht nur unsere Kunden am Telefon und im Kontaktlinsen-Studio, sondern verfasste auch zahlreiche...

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