Unterwegs im Zeichen der Kontaktlinse – Teil 2

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hand_herz-LensspiritDirekt im Anschluss an das Spectaris-Event „Faszination Kontaktlinse“ an der FFA München ging es für mich nach Berlin an die Beuth Hochschule. Hier trafen sich interessierte Augenoptiker und Kontaktlinsenanpasser im Rahmen der VDCO-Tagung „Optometrie 11″ zu einem Wochenende mit zahlreichen Vorträgen rund um die Optometrie und Kontaktlinsenanpassung. Bei der VDCO handelt es sich um die „politisch unabhängige Interessenvertretung von verantwortungsvollen Vision Care Dienstleistern gegenüber der Bevölkerung, den Institutionen und der Industrie.“

Der Freitag

Die „Optometrie 11″ startete am Freitag mit einem sehr begeisternden Workshop-Nachmittag zu den Themen Augenhintergrundsbetrachtung, Testverfahren zur Ermittlung der Sehleistung von Kindern, Erkennung eines Grünen-Star-Patienten und der Tränenfilmanalyse. Ich nahm am Workshop „Tränenfilmanalyse in der optometrischen Praxis“ teil, der von meiner Dozentin für Kontaktlinsenanpassung an der Meisterschule, der Fielmann Akademie Schloss Plön, durchgeführt wurde. Für mich hieß es nun: Back to the roots. Zurück zu der Person die in mir das Feuer, die Begeisterung für die Kontaktlinse entfachte, ganz Augustinus von Hippo’s Motto folgend „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“, zurück zu Sylvia Wulf.  Während des Workshops befassten wir uns mit dem Tränenfilm und den neuesten Untersuchungsmöglichkeiten des Tränenfilmes. Eine gute Kenntnis über den Tränenfilm ist das A und O der Kontaktlinsenanpassung. Nur wenn der Tränenfilm und das Kontaktlinsenmaterial optimal aufeinander abgestimmt sind, bringt das Kontaktlinsentragen auch auf Dauer Spaß.

Der Samstag

Die Tagung selbst setze sich am Samstag Vormittag fort und war in unterschiedliche Foren eingeteilt, die sich wiederum in einzelne Vorträge aufgliederten. Den Start bildete das Forum zum vorderen Augenabschnitt (einem meiner Lieblingsthemen) und so lauschten wir zu Vorträgen über rote Augen und verantwortungsbewusstes Kontaktlinsen-Anpassen. Ein besonderes Highlight war der sehr lebendig referierte Vortrag zur Hornhautchirurgie. Nach der Mittagspause folgte das immer stärker in den augenoptischen Mittelpunkt rückende Screening. Unter einem Screening versteht man ein systematisches Testverfahren, einen so genannten Siebtest, beispielsweise für die Diabetes-Früherkennung. Auch zum Nachmittag setzte sich die Tagung der abwechslungsreich fort, so dass sich an das Screening-Forum das Forum zur Kinderoptometrie anschloss. Dieses präsentierte uns Tagungsteilnehmern eine bunte Auswahl an Themen rund um das Sehvermögens von Kindern und seine Beurteilung. Auch die häufig gestellte Frage, ob sich eine Kurzsichtigkeit stoppen lässt, kam in diesem Forum nicht zu kurz. Seinen Ausklang fand der Abend in gemütlicher Atmosphäre im Brauhaus Lemke in der Nähe des Charlottenburger Schlosses.

Der Sonntag

Der Sonntag begeisterte mich gleich mit seinem ersten Forum zur Pharmakologie. Hier widmeten wir uns zunächst meinen Lieblingsdrüsen – den Meibomschen Drüsen. Lieblingsdrüsen? Ja, Ihr habt richtig gelesen. Doch ganz ehrlich: Ich muss mir des Öfteren in meinem Bekanntenkreis anhören, wie man sich nur derartig ausgerechnet für Drüsen begeistern kann.  Was die Meibomschen Drüsen so Fantastisches können? Sie sondern ein öliges Sekret ab, welches sich mit der Tränenflüssigkeit vermischt und dafür sorgt, dass letztere nicht zu schnell verdunstet. Bei einer Dysfunktion der Meibomschen Drüsen wird dieser Sekret-Austritt verhindert, der Tränenfilm verdunstet schneller und das Auge fühlt sich trocken und umkomfortabel an. Im Pharmakologie-Forum beschäftigten wir uns zudem mit der Kontaktlinsenpflege und hier vor allem mit der Fragestellung, ob es sich bei der Kontaktlinsenpflege um Wellness für die Augen handelt. Sehr lehrreich waren der daran anschließende Vortrag zum Einfluss von Medikamenten auf den Tränenfilm und der abschließende Beitrag zur  Altersbedingten Makuladegenration, einer Krankheit bei der mit der Zeit das zentrale Sehen ausfällt, so dass beispielsweise keine Gesichter mehr erkannt werden können.

Zum Abschluss der Tagung wurde für uns ein Fenster in die Zukunft geöffnet: Neben dem Kontaktlinsenmarketing wurden wir auf eine Reise zu den neuesten Produkte und Erkenntnisse zu Intraokularlinsen (beispielsweise nach einer OP am Grauen Star), zur chirurgischen Korrektur der Alterssichtigkeit und den aktuellen Forschungen zur Kurzsichtigkeit mitgenommen.

Mein Fazit zur „Optometrie 11″: Ich verlebte ein sehr abwechslungsreiches, interessantes und lehrreiches Wochenende an der Beuth Hochschule in Berlin, welches optimal von der VDCO organisiert und betreut wurde.

Einen herzlichen Dank an Frau Fischer & ihr Team!

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Über den Autor /


ist Augenoptikermeisterin und arbeitete als Kontaktlinsenexperte bei Lensspirit. Hier im Blog schrieb sie regelmäßige Ratgebertexte zu Kontaktlinsenthemen.

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Über Lensspirit

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