Was hilft gegen das Schleiersehen mit Kontaktlinsen?

Sehen wie im Nebel

Kennt Ihr das? Plötzlich hat man diesen Schleier auf der Linse. Man hat das Gefühl, man hätte nichts großartiges an seinen täglichen Gewohnheiten geändert und dennoch wirkt der Blick durch die Kontaktlinse plötzlich, wie durch eine Milchglasscheibe. Es können verschiedene Ursachen zugrunde liegen.

1. Handcreme & Cremeseife

Der häufigste Grund ist tatsächlich das Benutzen von Handcreme, Creme-Handseife oder rückfettender Seife. Am idealsten für Kontaktlinsenträger sind nach wie vor „Standard-Seifen“, jedenfalls für die Benutzung vor dem Kontaktlinsen-Aufsetzen. Gern darf vor dem Aufsetzen auch ein antibakterielles Waschgel verwendet werden.

2. Nachbenetzungstropfen für extra trockene Augen

Für die Erfrischung zwischendurch greifen Kontaktlinsenträger mit trockenen Augen gerne zu Nachbenetzungstropfen. Hier empfehlen wir darauf zu achten, dass der Hyaluronat-Anteil unter 0,18% liegt. Über diesem Wert beginnt das Schleiersehen.

3. Übertragen der Kontaktlinsen

Voraussetzung für eine optimale Sicht ist eine glatte Kontaktlinsenoberfläche. Werden Kontaktlinsen jedoch länger als die empfohlene Zeit getragen, so kommt es zu rauen Verschleißerscheinungen der Kontaktlinsenoberfläche. Die Folgen sind eine mangelnde Benetzung und Lichtstreuung, die ebenfalls als Schleiersehen wahrgenommen werden können.

4. Wechsel des Pflegemittels

Auch ein Pflegemittelwechsel kann zum Schleiersehen führen. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich bestimmte Pflegemittel mit den jeweils getragenen Kontaktlinsen besser verstehen als andere. Bitte lasst Euch in Bezug auf die optimale Kombination von Eurem Kontaktlinsenspezialisten beraten. Gerne stehe ich Euch auch hier mit Rat und Tat zur Seite.

5. Tauchen mit formstabilen Kontaktlinsen

Beim Tauchen mit formstabilen (harten) Kontaktlinsen kann es zum Effekt des „Nebelsehens“ (Schleiersehens) kommen. Während der Auftauchphase können sich Stickstoffbläschen bilden, die sich zwischen Linse und Hornhaut festsetzen und hier Druck ausüben. Als Folge kann es zu kurzzeitigen Riefen in der Hornhaut und daher zu einer veränderten Lichtbrechung kommen.

Kennt Ihr das Phänomen des Schleiersehens? Konnten die Gründe hierfür ermittelt werden?

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Über den Autor /


ist Augenoptikermeisterin und arbeitete als Kontaktlinsenexperte bei Lensspirit. Hier im Blog schrieb sie regelmäßige Ratgebertexte zu Kontaktlinsenthemen.

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7 Kommentare

  1. Ulli

    ich kenne das und habe auch ab und an mal solche Schleier auf der Linse und kommen dann heftig ins „Blinseln“, aber zum Glück kommt das nicht so oft vor und viel schlimmer ist es, wenn plötzlich eine Wimper im Auge landet!!! Allerdings kann auch eine Augenerkrankung an dem Schleiersehen schuld sein – ich habe mich kürzlich mal über die Uveitis-Erkrankung informiert, weil ich mir einbilde mehr störende mitschwimmende „Staubpartikel“ in speziell einem meiner Augen zu „sehen“…. meine Augenärztin meinte, dass diese Partikel Ablagerungen seien, die nicht weiter schlimm wären, außer wenn sie plötzlich überhand nehmen, doch ab wann wird es kritisch? Schmerzen oder Rötungen habe ich überhaupt nicht (wenn dann denke ich handelt es sich wohl eher um eine Uveitis intermedia oder posterior)…

  2. Ela

    @Ulli: Die von Dir beschriebenen mit schwimmenden „Staubpartikel“ könnten die so genannten „Mouches volantes“, „fliegende Mücken“ sein. Es handelt sich hierbei um pünktchen- bis fadenartige Strukturen, die insbesondere beim Blick auf helle Hintergründe durch das Gesichtsfeld huschen.

    Ursache sind ganz natürliche und in der Regel harmlose Glaskörpertrübungen. Je älter wir werden desto öfter kann es passieren, dass sich ursprünglich unsichtbare Collagenfibrillen zu lichtdichten Strukturen zusammenballen und dann fadenartig durch den Glaskörper, der zu 98% aus Wasser besteht, schwimmen oder fliegen, daher der Name „fliegende Mücken“.

    Herzliche Grüße aus Leipzig

    Ela

  3. Ulli

    Danke Ela! Das stimmt mich doch etwas positver, als die „Aussicht“ auf eine evt. Uveitis :) ja genau, zum Teil sind es Pünktchenartige Gebilde, aber auch mehrere Fäden schwimmen durch meinen Glaskörper zumeinst „stören“ sie mich auch nur beim Lesen vor hellem/weißen Hintergrund, aber seit etwa ein/zwei Monaten schwimmt so ein „dunkler Fleck“ in der Nähe der Fovea und beim Autofahren z.B. stört das schon irgendwie…. kann die Bildung dieser fliegenden Mücken mit Stress einhergehen? (da ich in der letzten Zeit sehr viel Stress hatte und es irgendwie schon ein paar mehr geworden sind) Kann man irgendetwas gegen diese Glaskörpertrübungen unternehmen??

  4. Ulli

    sorry, wie unhöflich von mir,

    herzliche Grüße an meine Studienstadt Leipzig und aus meiner Wahlheimat Marburg :)
    Ulli

  5. Ela

    Die Bildung dieser Fasern und Pünktchen kann bereits im Teenageralter beginnen. Es handelt sich um einen ganz natürlichen Prozesse, dem daher nicht entgegen gewirkt werden kann. Bislang gibt es in der Schulmedizin tatsächlich noch keine „angenehme“ Behandlung zur Entfernung „fliegender“ Mücken. Kommt es zu ganzen Mückenschwärmen, zum Beispiel nach einem Unfall, ist die nach wie vor gängigste Behandlungsmethode die Vitrektomie, die Entfernung des Glaskörpers. Der Hohlraum wird danach mit Wasser, Gas oder Silikonöl aufgefüllt.

    Liebe Grüße ins schöne Marburg aus Deiner Studistadt
    Ela

  6. Ulli

    …genauso war es auch bei mir, ich „kenne“ diese Erscheinungen seit ich denken kann (bin aber auch gleichermaßen quasi mit meiner Kursichtigkeit auf die Welt gekommen – dass soll ja soweit ich mich nun kurz informiert habe miteinander einhergehen…) Zumindest weiß ich nun dank Dir, liebe Ela, was ich nun genau „sehe“ und muss mir zumindest erstmal keine weiteren Gedanken über eine mögliche ernsthafte Erkrankung (obwohl die „Mücken“ ja auch krankhaft sind) machen. Danke!!!

    Liebe Grüße Ulli

  7. Ela

    Vielen lieben Dank für Deine positive Rückmeldung :)

    Einen guten Start in die neue Woche und liebe Grüße aus Leipzig
    Ela

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